„Mitglieder mit Migrationshintergrund in der IG Metall“

Studie über Mitgliedern mit Migrationshintergrund, deren Beschäftigungssituation und Beteiligung
AutorInnen: Dr. Serhat Karakayalı, Prof. Dr. Johannes Giesecke, Dr. Markus Schrenker, Prof. Dr. Naika Foroutan, Nihad El-Kayed

Große zivilgesellschaftliche Organisationen und Verbände wie die IG Metall (IGM) kennen in der Regel allenfalls die Staatsbürgerschaft ihrer Mitglieder. Die Studie erhebt nun zum ersten Mal umfassende Daten zum Migrationshintergrund der IG Metall-Mitglieder. Die Ergebnisse beruhen auf einer Stichprobe, die mittels einer geschichteten Zufallsauswahl aus dem Mitgliederregister der IG Metall gezogen wurde.

Die Befragung ergibt, dass schätzungsweise 21,7 Prozent der IG Metall-Mitglieder einen Migrationshintergrund im Sinne der Definition des Statistischen Bundesamtes haben. Bemerkenswert ist dieses Ergebnis, weil dieser Anteil dem der Gesamtbevölkerung entspricht. Die IG Metall ist demnach die erste Groß-Organisation, die sich in Bezug auf den Migrationshintergrund als „Spiegel der Gesellschaft“ bezeichnen kann. Im Unterschied zu in Deutschland geborenen Mitgliedern mit Migrationshintergrund sind im Ausland geborene Mitglieder der IG Metall wesentlich häufiger in der Produktion beschäftigt und in stärkerem Maße überqualifiziert für die Bereiche, in denen sie arbeiten. Bemerkenswert ist auch, dass Mitglieder mit Migrationshintergrund sich überdurchschnittlich oft in Ämtern und Funktionen der betrieblichen Demokratie und in der Gewerkschaft engagieren. Einzig unter den Betriebsratsvorsitzenden sind Personen mit Migrationshintergrund unterrepräsentiert.

Die Studie wurde im Auftrag der IG Metall durch das Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung (BIM) an der Humboldt-Universität zu Berlin erstellt.

Den Bericht zur Studie finden Sie hier.

AutorInnenporträt: Dr. Serhat Karakayalı ist wissenschaftlicher Mitarbeiter BIM und Mitglied des Rats für Migration; Prof. Dr. Johannes Giesecke ist Professor für Empirische Sozialforschung an der Humboldt-Universität zu Berlin und Leiter der Abteilung „Arbeitsmarkt, Migration und Integration“ des BIM; Dr. Markus Schrenker ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrbereich Empirische Sozialforschung der Humboldt-Universität zu Berlin; Prof. Dr. Naika Foroutan ist Professorin für Integrationsforschung und Gesellschaftspolitik an der Humboldt-Universität zu Berlin, stellvertretende Direktorin des BIM und Vorstandsmitglied des Rats für Migration; Nihad El-Kayed ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am BIM.