Stellungnahme zu FAZ-Artikel

Prof. Dr. Yasemin Karakaşoğlu (Universität Bremen) und Prof. Dr. Paul Mecheril (Universität Bielefeld) nehmen als Vorsitzende und stellvertretender Vorsitzender des Rats für Migration für den Vorstand Stellung zum Artikel „Der Kurswechsel wird zum Kraftakt“ in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 17. Dezember 2019, S.11:

„Der Artikel fokussiert in offensichtlich gewollt diffamierender Form insbesondere Dr. Yasemin Shooman als einer der Mitveranstalterinnen der Jahrestagung des Rats für Migration e.V., die 2018 unter dem Titel „Living with Islamophobia“ im Jüdischen Museum Berlin stattfand. Der unangenehm schlecht recherchierte Artikel ist gespickt von unwahren Tatsachenbehauptungen, etwa der Nennung des für die Jahrestagung verantwortlichen Vereins. Hierbei handelt es sich um den „Rat für Migration e.V.“, einen seit 1998 bestehenden, unabhängigen und interdisziplinären Zusammenschluss von 160 Migrationsforscher*innen in Deutschland, und nicht um einen, was immer dies sein soll, „Migrationsrat der Bundesregierung“. Durchgängig ist der Artikel von einer fehlenden Sachkenntnis der internationalen wissenschaftlichen Forschung zu „Islamophobie“ und der empirischen Befunde zur Verbreitung dieses Phänomens in unterschiedlichen gesellschaftlichen Kontexten gekennzeichnet. Dem Rat und Dr. Yasemin Shooman wurde keine Gelegenheit gegeben, zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen. Statt einer sich an guter journalistischer Praxis orientierenden Hintergrundberichterstattung liefert dieser Artikel so einen undifferenzierten, einseitigen, schlecht recherchierten Angriff auf einzelne Personen und mit ihr auf eine ganze Forschungsrichtung, die jeglicher Sachkenntnis entbehrt mit dem Versuch, Personen mit Fehlinformationen öffentlich zu schädigen.“

 

Richtigstellung von Dr. Yasemin Shooman:

Dr. Yasemin Shooman (Wissenschaftliche Geschäftsführerin DeZIM-Institut und Mitglied im Rat für Migration): „Richtigstellung Ihres Artikels „Der Kurswechsel wird zum Kraftakt“ vom 17.12.2019″, Brief an FAZ-Mitherausgeber Jürgen Kaube, 21.12.2019

Weitere Reaktionen in der Presse:

Thomas E. Schmidt (Journalist): „Jüdisches Museum Berlin: Schiefe Wände, schräger Zwist“, Zeit Online, 15.01.2020

Max Czollek (Politikwissenschaftler und Autor): „Nach Peter Schäfers Abgang: Warum das Jüdische Museum ein offenes Haus bleiben muss“,  Tagesspiegel, 27.12.2019

Micha Brumlik (Erziehungswissenschaftler und Publizist): „Ein Fall von Rufmord: Der Streit ums Jüdische Museum kreist um falsche Behauptungen“, Tagesspiegel, 07.01.2020

Felix Axster (Historiker, Zentrum für Antisemitismusforschung): „Reinheit ist keine Option“, Neues Deutschland, 08.01.2020

Shimon Stein (ehemaliger Botschafter Israels) und Moshe Zimmermann (Historiker): „Kampf gegen Antisemitismus: Ja, aber nicht mit Instrumentalisierungen!“, Tagesspiegel, 12.01.2020

Kommentar zur Tagung „Living with Islamophobia“ 2018:

Prof. Dr. Werner Schiffauer (ehemaliger Vorsitzender des Rat für Migration): „Debatte Diskriminierung von Minderheiten: Rassismus ist Rassismus“, taz, 11.10.2018