Die Sektion postmigrantische Gesellschaft im Rat für Migration bietet ein Forum, Themen wie Zugehörigkeit und Rassismus zu diskutieren und analytisch weiter zu entwickeln. Die Sektion beschäftigt sich mit den durch Migration verursachten politischen, kulturellen und sozialen Transformationen in Deutschland. Die Erfahrung und Wahrnehmung der Arbeitsmigration strukturiert die gesamte deutsche Gesellschaft und ihren Umgang mit Wanderungsbewegungen und ist auch für alle aktuellen Formen der Einwanderung wie z.B. Flucht und temporäre Migration politisch, rechtlich und sozial bedeutsam.

Mit der gesellschaftlichen Pluralisierung kommt es zur Neuformation rassistischer Ein- und Ausschlüsse, die eine neue Form der Rassismusanalyse notwendig machen. Der Umgang mit ethnischer und religiöser Vielfalt ist in Deutschland noch immer nicht selbstverständlich. Auf Migration fokussierte Zuschreibungen erzeugen vielmehr immer neue Formen von Ein- und Ausschluss. Somit sind die Pluralisierung der Gesellschaft und das Erstarken von Kräften, die gegen Pluralität gerichtet sind, wie sie sich z.B. in Großdemonstrationen gegen Flüchtlinge und Muslime oder in hohen Wahlergebnissen populistischer Parteien manifestieren, kein Paradox, sondern vielmehr als neues gesellschaftliches Kräfteverhältnis zu verstehen. Postmigrantische Situationen sind geprägt durch postnationale Wahrnehmungs- und Handlungsräume von Biografien, deren Selbstverhältnisse sich zwar nicht notwendigerweise auf eigene Migrationserfahrungen beziehen, aber zwischen Mehrfachzugehörigkeiten und Mehrfachdiskriminierungen positioniert sind.

Sektionssprecherin: Prof. Dr. Juliane Karakayalı

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