X Jahre Postmigration
Konflikte – Haltung – Empowerment
Eine politisch-wissenschaftlich-künstlerische Jahrestagung des Rats für Migration
06.-08. November 2025 in Berlin
Postmigration ist mehr als ein Schlagwort – sie ist eine Haltung: eine Form der Erinnerung, der künstlerischen Praxis, des wissenschaftlichen Austauschs, des gesellschaftlichen Konflikts und der Zukunftsgestaltung.
Vor mehreren Jahren nahm eine Bewegung ihren Anfang, deren Relevanz heute kaum größer sein könnte: postmigrantisches Denken, Handeln und Streiten. Im November 2025 richtet sich der Blick zurück – und gleichzeitig nach vorn. Berlin wird für drei Tage zum Schauplatz jener Stimmen, Perspektiven und Kämpfe, die im öffentlichen Diskurs oft marginalisiert oder überhört werden. In einem interdisziplinären Zusammenspiel von Wissenschaft, Kunst und Aktivismus begegnen sich Theorie und Theater, Film und politisches Handeln, historische Analyse und popkulturelle Ausdrucksformen. Veranstaltungsorte wie das Gorki Theater, Kreuzberg und Sinema Transtopia bieten den Raum für ein kollektives Nachdenken, Erinnern und Auseinandersetzen mit postmigrantischer Realität.
Im Zentrum stehen Denkerinnen, Künstlerinnen, Aktivistinnen, Wegbereiterinnen – und jene, die als nächste Generation postmigrantischer Stimmen Zukunft gestalten werden.
Veranstaltungsorte
A – Sinema Transtopia
B – Humboldt-Universität, Institut für Europäische Ethnologie
C – Huboldt-Universität, Universitätsbibliothek
Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum, Auditorium, Geschwister-Scholl-Str. 1/3, 10117 Berlin
D – Kapelle am Urban
E – bUm – Raum für solidarisches Miteinander
F – Maxim Gorki Theater
G – FHXB Museum
H – Museum der „Trostfrauen“
Tagungsprogramm
Donnerstag, 06. November / 18:00
Sinema Transtopia | Lindower Str. 20/22, 13347 Berlin
Sinema Transtopia | Lindower Str. 20/22, 13347 Berlin
Impulsvortrag
Die Idee des Postmigrantischen
Speaker: Erol Yildiz
Filmvorführung
„Wir haben vergessen zurückzukehren“ (2001)
Ein Dokumentarfilm von Fatih Akin
Moderation: Erol Yildiz
In seinem ersten Dokumentarfilm verfolgt Fatih Akın seine Familiengeschichte von seiner Heimatstadt Hamburg bis in das Dorf seiner Eltern in der Türkei, von wo aus sie in den 1960er Jahren als sogenannte Gastarbeiter*innen nach Deutschland auswanderten. Der Film betrachtet das kollektive Gedächtnis der Migration aus einer persönlichen und (trans-) nationalen Perspektive.
Im Anschluss gibt es Raum für Fragen, Austausch und Diskussion.
*Ticketpreis 9 €. Teilnahme auf 85 Plätze limitiert, bitte verbindlich anmelden.
Sinema Transtopia | Lindower Str. 20/22, 13347 Berlin
Freitag, 07. November / 09:00-12:00
Humboldt-Universität zu Berlin, Universitätsbibliothek Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum Geschwister-Scholl-Str. 1/3
Humboldt-Universität zu Berlin, Universitätsbibliothek Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum Geschwister-Scholl-Str. 1/3
Eröffnung
Begrüßung
Jasmin Donlic & Anita Rotter (Sprecher*innen der Sektion Postmigrantische Gesellschaft)
Grußwort
Vassilis Tsianos (Vorsitzender des Rates für Migration)
Eröffnungsrede
Shermin Langhoff
Fishbowl-Diskussion: „Was bedeutet postmigrantisch – damals und heute?“
Moderation: Juliane Karakayali & Bernd Kasparek
– KURZE PAUSE –
Wissenschaftliche Debatte: Postmigrantische Perspektiven
Inputs
09:45 – 10:45
Naika Foroutan
Die Idee der Postmigrantischen Gesellschaft
Die Idee der Postmigrantischen Gesellschaft hat über ein Jahrzehnt lang kulturelle, zivilgesellschaftliche, wissenschaftliche und politische Diskurse geprägt und ambitionierte Diskurs- und Zielmargen für Gleichheit, Zugehörigkeit und demokratische Teilhabe gesetzt. Sie wurde zu einem normativen Leitbild, das soziale Kämpfe bündelte und progressive Allianzen stärkte. Heute jedoch stellt sich die Frage, wie tragfähig dieses Konzept im Angesicht autoritärer und illiberaler Strömungen bleibt. Kann es weiterhin Orientierung bieten, wo Gleichheitsversprechen zunehmend unter Druck geraten? Dieser Beitrag bilanziert die Prämissen und Reichweite des postmigrantischen Paradigmas, reflektiert seine Errungenschaften und Grenzen und diskutiert seine Zukunftsfähigkeit in Zeiten demokratischer Erosion.
Erol Yildiz
Eine kontrapunktische Lesart postmigrantischer Wirklichkeit
Als offene Denkbewegung steht das Postmigrantische für eine Entnationalisierung der Welt und eine Dekolonisierung des Denkens. Es handelt sich dabei nicht um ein vorgefertigtes Paradigma, sondern um eine Einladung zur radikalen Imagination. Ein zentraler Aspekt postmigrantischen Denkens besteht darin, eine Analogie zu postkolonialen und dekolonialen Ansätzen herzustellen. Diese Verbindung ist hilfreich, um soziale Mechanismen und ihre Kontinuität in Vergangenheit und Gegenwart aufzudecken.
Beide Ansätze kritisieren das – teils implizite – Fortbestehen bzw. das Nachwirken kolonialer Hierarchien und Wissenssysteme. Gerade in europäischen Gesellschaften, deren Selbstverständnis lange durch imperiale Expansion, Kolonialherrschaft und nationale Homogenität geprägt war, eröffnet das postmigrantische Denken die Möglichkeit einer kontrapunktischen Lesart historischer Narrative – einer Lesart, die dominante Erzählungen nicht nur hinterfragt, sondern ihnen alternative Genealogien und Stimmen zur Seite stellt.
Regina Römhild
Für eine postmigrantische Gesellschaftsforschung
Die postmigrantische Debatte startete am Berliner Institut für Europäische Ethnologie mit einer Kritik an der herkömmlichen Migrationsforschung, die häufig genug dazu beiträgt, Migration als Anderes einer weißen, national definierten „Mehrheitsgesellschaft“ zu reproduzieren. Hier entstand die Forderung, diese „migrantologische“ Schieflage zu überwinden, indem nicht mehr Migrant*innen zum Forschungsobjekt gemacht werden, sondern umgekehrt die Gesellschaft aus einem Blickwinkel der Migration betrachtet und analysiert wird. Migration müsste also – ähnlich wie Gender – als Querschnittsperspektive in allen Forschungsdesigns etabliert werden. Worum es geht, ist letztlich eine „entmigrantisierte“ Migrationsforschung, die sich tendenziell selbst abschafft und einer „migrantisierten“ Gesellschaftsforschung Platz macht. Doch wie wirkt sich eine solche Perspektive in der gegenwärtigen Situation aus, in der Migration von rechts als Bedrohung inszeniert und dämonisiert wird, wobei eben gerade ihre unübersehbaren gesellschaftsgestaltenden Kräfte zu einem entscheidenden Element dieser Bedrohung werden? Wie lässt sich aus der Mitte der postmigrantischen Gesellschaft gegen Versuche, das Rad der Geschichte in eine fiktive Vergangenheit zurückzudrehen, mobilisieren?
Moritz Schramm
Europäisierung des Postmigrantischen: Möglichkeiten und Herausforderungen
In der öffentlichen Wahrnehmung wird die Erfolgsgeschichte des Postmigrantischen vornehmlich auf deutschsprachige Länder bezogen, vermeintlich hat das Konzept vor allem in Deutschland und Österreich Verbreitung gefunden. Tatsächlich lässt sich aber seit vielen Jahren eine starke Europäisierung des Konzepts beobachten, bei der häufig eine konstruktive Aneignung und kritische Weiterentwicklung des Konzeptes vorgenommen wird. In dem Impulsvortrag will ich auf diese Tendenzen hinweisen, und zugleich die Herausforderungen ansprechen, die mit einer solchen Internationalisierung und Europäisierung einhergehen: gerade die deutschsprachige Forschung sollte sich stärker für andere Kontexte und Traditionen öffnen und entsprechend auch eine mögliche Neuausrichtung der eigenen Zugänge zumindest in Erwägung ziehen.
Diskussion
11:15 – 12:00
Mit: Erol Yildiz, Naika Foroutan, Paul Mecheril, Regina Römhild, Moritz Schramm
Humboldt-Universität zu Berlin, Universitätsbibliothek Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum Geschwister-Scholl-Str. 1/3 10117 Berlin
Achtung – Traveling Concept im Einsatz!
Im Zeitslot nach der Mittagspause können Sie gleich mehrere Panels erleben.
Nach jeweils 1,5 Stunden besteht die Möglichkeit, von einer Veranstaltung zur nächsten zu wechseln. Unsere Organisator*innen vor Ort informieren Sie gerne über die verschiedenen Programmpfade und helfen Ihnen, Ihre ganz persönliche Reiseroute durch die Panels zu planen.
Freitag, 07. November / 12:00-13:00
Mittagspause
Freitag, 07. November / 13:00-16:00 (Panel A, B & C zeitgleich)
Panel A & B - Humboldt-Universität zu Berlin, Universitätsbibliothek Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum Geschwister-Scholl-Str. 1/3
Panel C - Museum der „Trostfrauen“, Korea Verband
Quitzowstraße 103
Panel D - Institut für Europäische Ethnologie
Anton-W.-Amo-Str. 40/41
Panel A & B - Humboldt-Universität zu Berlin, Universitätsbibliothek Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum Geschwister-Scholl-Str. 1/3
Panel C - Museum der „Trostfrauen“, Korea Verband Quitzowstraße 103
Panel D - Institut für Europäische Ethnologie Anton-W.-Amo-Str. 40/41
Künstlerisch-kulturell forschende Wissensproduktion und -praxis
Panel A
Voices of Subversion: Postmigrantische Räume in Kunst und Bildung
Speaker*innen: Jasmin Donlic, Anita Rotter & Erol Yildiz
Das Panel beleuchtet, wie postmigrantische Artikulationen in Kunst, Rap, Satire und Comedy gesellschaftliche Normen irritieren und Zugehörigkeit neu verhandeln. Anhand unterschiedlicher künstlerischer Praktiken wird deutlich, wie Humor, Provokation, Subversion und Kreativität eingesetzt werden, um Machtstrukturen kritisch zu hinterfragen und postmigrantische Gesellschafts- und Bildungsentwürfe sichtbar zu machen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie kulturelle Bildung in einer postmigrantischen Gesellschaft Räume der Diskussion eröffnet und als Motor gesellschaftlicher Transformation wirken kann.
Panel B
Walking Arts-Based Methods
Speaker*in: Jasmin Donlic und Caroline Schmitt
Im Vortrag stellen wir den Band Arts-based Methods. Transformative Allianzen in sozialen Bildungsräumen vor. Das Buch vereint theoretische Reflexionen, künstlerische Interventionen und Praxisberichte an der Schnittstelle von Wissenschaft, Kunst und sozialem Engagement. Es zeigt, wie arts-based methods Bildungsräume öffnen, irritieren und neue Formen von Teilhabe ermöglichen. Im Zusammenspiel von Forschung, Aktivismus und Kunst entstehen Allianzen, die demokratische und solidarische Gesellschaftsentwürfe erproben. Der Vortrag ist eine Einladung: Kunst nicht nur als Gegenstand, sondern als Methode ernst zu nehmen – als Impuls für kritisches Denken und kollektives Handeln.
Humboldt-Universität zu Berlin, Universitätsbibliothek Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum Geschwister-Scholl-Str. 1/3 10117 Berlin
Panel C (Auf Englisch)
Art and Postcolonial Knowledge Production on Wartime Sexual Violence: The Peace Statue in Moabit, Berlin Kunst und postkoloniale Wissensproduktion zu sexueller Gewalt im Krieg: die Friedensstatue in Moabit
Speaker*in: Nammyoung Hong
Seit fünf Jahren steht die Friedensstatue in Berlin-Moabit neben dem Museum der „Trostfrauen“. Die AG „Trostfrauen“ betreibt postkoloniale Erinnerungsarbeit gegen sexuelle Gewalt im Krieg und integriert dabei künstlerische Elemente. Die Statue erinnert an die Mädchen und jungen Frauen, die von der japanischen Armee während des Asien-Pazifik-Kriegs (1931–1945) verschleppt und sexuell versklavt wurden. Die japanische Regierung versucht, dieses Gedenken zu unterdrücken und die Friedensstatue entfernen zu lassen, unterstützt dabei von der Bezirksverwaltung Berlin-Mitte. Inzwischen hat sich um die „Trostfrauen“-Frage und die Thematik sexueller Gewalt in Kriegen weltweit ein postkoloniales feministisches Bündnis gebildet, in dem Frauen aus verschiedenen Ländern und Regionen gemeinsam für Gerechtigkeit und Erinnerung eintreten.
Museum der „Trostfrauen“, Korea Verband | Quitzowstraße 103
Panel D
Working together to decolonize the urban society
Speaker*innen: Regina Römhild, mit Amo Kollektiv
Against the background of our contribution to successfully rename a colonial-racist street name – “M-Straße” – into Anton Wilhelm Amo Straße, we outline the contours and challenges of a trans-academic, activist-artistic research practice that intervenes collaboratively and in solidarity in ongoing processes of decolonization. The Berlin Amo Collective, operates from the Institute for European Ethnology at Humboldt University, but goes beyond academic limitations. In the practice of the Collective, new, more permeable forms and formats of knowledge production have emerged, e.g. the public, performative city tours of “decolonial flanerie”, which we understand as a format of “collective ethnography” – insofar as it helps to read and experience the archives of the city against the grain of their colonial inscriptions and thus create space for excluded and silenced voices, bodies and stories. To what extent can such transacademic knowledge formats and initiatives challenge and change the boundaries and exclusions of urban society and the university?
Humboldt Universität | Anton-Wilhelm-Amo-Str. (ehem. M*str.) 40/41, 10117 Berlin
Freitag, 07. November / 16:45-19:00
Humboldt-Universität zu Berlin, Universitätsbibliothek Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum Geschwister-Scholl-Str. 1/3
Humboldt-Universität zu Berlin, Universitätsbibliothek Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum Geschwister-Scholl-Str. 1/3
RfM-Mitgliederversammlung (intern)
Mit ESSEN
Humboldt-Universität zu Berlin, Universitätsbibliothek Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum Geschwister-Scholl-Str. 1/3 10117 Berlin
Freitag, 07. November / 19:30-21:30
Maxim Gorki Theater | Am Festungsgraben 2, 10117 Berlin
Maxim Gorki Theater | Am Festungsgraben 2, 10117 Berlin
Theaterproduktion
"Das Rote Haus"
*Bitte bis 26.10. verbindlich anmelden. Teilnahme auf 85 Plätze limitiert.
Von Till Briegleb und Ersan Mondtag basierend auf Gesprächen mit Saliha Bilal, Aslı Öngören, Mefharet Sayınbatur, Arda und Meriç Temuçin, Nica Sultana Vasiliou, Şafak Yüreklik und unter Verwendung von Motiven aus Emine Sevgi Özdamars Romanen Die Brücke vom Goldenen Horn und Seltsame Sterne starren zur Erde
Ein Haus mit vielen Geschichten, ein Ort voller Wandel: Die Stresemannstraße 30 hat eine bewegte Vergangenheit. Einst stand hier die »Plamannsche Anstalt«, in der der junge Otto von Bismarck preußischen Drill lernte. Jahrzehnte später wurde das Gebäude zum Wohnheim der Firma Telefunken für Frauen, die in den 1960er- und 70er-Jahren aus der Türkei kamen, um in Berlin ein neues Leben zu beginnen. Unter ihnen auch Emine Sevgi Özdamar, deren Erinnerungen an diese Jahre in zweien ihrer Bücher zu einem literarischen Zeugnis von Sehnsucht und Freiheit wurden. Im »Wonaym«, zwischen geteilten Küchen und schmalen Fluren, entstanden Verbindungen und Alltagsrituale. Die Frauen erkundeten zusammen die Stadt, gingen ins Theater, ins Kino, tanzten – auf der Suche nach Zugehörigkeit und Verwirklichung ihrer kleinen wie großen Träume.
Ersan Mondtags Inszenierung spürt diesen Erzählungen nach und verbindet die Historie des Hauses mit der Frage, welche Geschichten heute von wem erinnert werden – und welche nicht. Auf einer Bühne, die Vergangenheit, Gegenwart und dystopische Zukunft überblendet, begegnen sich ältere Spieler*innen und ihre jüngeren Alter Egos. In Zusammenarbeit mit dem Seyyare – Anatolian Women’s Choir unter der Leitung von Sema Moritz entsteht ein melancholisch-utopischer aber auch schmerzhafter Abend, der nicht nur das damalige Leben im Wohnheim, sondern auch Deutschlands heutige Vorstellungen von Respekt und Anerkennung befragt.
Maxim Gorki Theater | Am Festungsgraben 2, 10117 Berlin
Freitag, 07. November / 21:30
Foyer Maxim Gorki Theater | Am Festungsgraben 2, 10117 Berlin
Foyer Maxim Gorki Theater | Am Festungsgraben 2, 10117 Berlin
Mit DJ Ipek
Maxim Gorki Theater | Am Festungsgraben 2, 10117 Berlin
Achtung – Traveling Concept im Einsatz!
Im Zeitslot 10:00 – 13:00 Uhr können Sie gleich mehrere Panels erleben.
Nach jeweils 1,5 Stunden besteht die Möglichkeit, von einer Veranstaltung zur nächsten zu wechseln. Unsere Organisator*innen vor Ort informieren Sie gerne über die verschiedenen Programmpfade und helfen Ihnen, Ihre ganz persönliche Reiseroute durch die Panels zu planen.
Samstag, 08. November / 10:00-13:00 (Panel A bis E zeitgleich)
Panel A - Kapelle am Urban, Grimmstraße 10
Panel B - FHXB Friedrichshain-Kreuzberg Museum
Adalbertstraße 95A
Panel C - bUm - Raum für solidarisches Miteinander
Paul-Lincke-Ufer 21
Panel D - Institut für Europäische Ethnologie
Anton-W.-Amo-Str. 40/41
Panel A - Kapelle am Urban, Grimmstraße 10
Panel B - FHXB Friedrichshain-Kreuzberg Museum Adalbertstraße 95A
Panel C - bUm - Raum für solidarisches Miteinander Paul-Lincke-Ufer 21
Panel D - Institut für Europäische Ethnologie Anton-W.-Amo-Str. 40/41
Politisch-aktivistische Wissensproduktion
Panel A
„Versammeln antirassistischer und feministischer Kämpfe“
Speaker*in: Annita Kalpaka & Efthimia Panagiotidis
Unser Team, bestehend aus Annita Kalpaka, Efthimia Panagiotidis und Brigitta Kuster, führte Gespräche mit Protagonistinnen, die in den 1980er- und 1990er-Jahren aktiv in migrantischen Selbstorganisationen waren, nach Formen politischer Einmischung und nach Vernetzung und Dialog mit Feministinnen der Mehrheitsgesellschaft suchten. Gezeigt werden Auszüge aus Videoaufzeichnungen, in denen Protagonistinnen über ihre vielfältige Praxis berichten. Der Einblick in das lebendige Archiv von feministisch-antirassistischen Lebenswegen bietet die Option in einem intergenrationellen Dialog über die Bedeutung von widerständigen Wissensarchiven und über die Art und Weise wie Wissen weitergegeben werden kann, nachzudenken. Dieses Projekt ist Teil von „Ver/sammeln antirassistischer Kämpfe“, eines Projekts, das an dem Aufbau eines digitalen Archivs antirassistischer Kämpfe arbeitet. https://versammeln-antirassismus.org/
Kapelle am Urban | Grimmstraße 10, 10967 Berlin
Panel B - ABGESAGT!
Wissen aus Romani Perspektive – das RomaniPhen Archiv als Ort communitybasierter Wissensproduktion
Speaker*in: Jane Weiß
RomaniPhen e.V. ist ein Verein von Romnja* und Sintizze* und arbeitet vornehmlich im Bildungsbereich, in der Wissens- und Kulturproduktion. Wir stellen die feministische Mädchenarbeit, romani bezogene Veranstaltungen und Vernetzung von Aktivist*innen sowie die Wertschätzung und Verbreitung von romani Wissensbeständen ins Zentrum. Der Beitrag gibt einen Einblick in Geschichte und Idee dieser Selbstorganisation und wird die Frage der communitybasierten Wissensproduktion im Kontext politischer Bewegung aufgreifen.
Panel C
Solidarische Städte in Bewegung!
Speaker*in: Songül Can, Marc Hill, Johanna Hofmann, Christoph Johannsen, Marian Laue, Bettina Pirker, Caroline Schmitt, Bea Schwager, Birgit Tognella-Geertsen
Wie können Städte solidarisch, postmigrantisch und inklusiv jenseits von Aufenthaltsstatus und weiteren Diversitätsdimensionen gedacht und gestaltet werden? In diesem Mitmach-Panel tauchen wir in Ideen und Praxen solidarischer Stadtkonzepte aus der Schweiz, aus Deutschland und Österreich ein. Gemeinsam mit Praxispartner:innen und Forschenden des von der Gerda Henkel Stiftung geförderten Forschungsprojekts „European Areas of Solidarity“ (EASY, https://www.frankfurt-university.de/easy/) diskutieren wir Strategien, Bedürfnisse und Vernetzungen, die solidarische Städte möglich machen. Das Format ist dialogisch mit kreativen Impulsen: Teilnehmende sind eingeladen, Perspektiven auszutauschen und im Zusammenspiel von Forschung, Zivilgesellschaft und Sozialer Arbeit gemeinsam Ideen weiterzuentwickeln.
bUm – Raum für solidarisches Miteinander | Paul-Lincke-Ufer 21
Panel D
Queer Postmigrant Critique: Art, Activism, and the Politics of Difference
Speaker*innen: Tunay Altay, Selva Dasdemir, Berfusra (aka Beyefendi), Hassandra (aka Queen of Virginity), Carlos Kong
What happens when queer and postmigration meet? This panel imagines queer postmigration not as an identity but as a practice of disobedience, a way of thinking and feeling rooted in art, activism, and everyday life. What does it mean to be a queer migrant in a Europe increasingly hostile to difference? Are queer migrants troublemakers, pinkwashers, gentrifiers, terrorists, or the very figures who expose the crisis of Europe’s own imagination? Bringing together artists and thinkers who turn theory into embodied practice, the panel explores how queer postmigrant critique transforms Berlin’s cultural and political landscape, insisting on the possibility of living otherwise.
Humboldt Universität | Anton-Wilhelm-Amo-Str. (ehem. M*str.) 40/41, 10117 Berlin
Samstag, 08. November / 14:00-15:30
Humboldt Universität, Institut für Europäische Ethnologie, Amo-Salon,
Anton-W.-Amo-Str. 40/41
Humboldt Universität, Institut für Europäische Ethnologie, Amo-Salon, Anton-W.-Amo-Str. 40/41
The Future of Postmigration: International perspectives
14:00 – 15:00
Panelists: Seth M. Holmes (UC Berkeley), Ulrich Schmiedel (Lund University), Álvaro Luna-Dubois (New York University, Abu Dhabi)
Hosts: Regina Römhild (Humboldt University Berlin) & Moritz Schramm (University of Southern Denmark)
In this panel we will discuss the potentials and opportunities of the concept of postmigration from an international perspective: how is the concept used internationally, and how can it be employed in different contexts, disciplines and traditions? In which way can the concept help to explore new approaches and methods, potentially even initiating critical reflections on longstanding traditions? What are the challenges and restraints for applying the concept in dissimilar disciplines?
Ausblick: Verwundbarkeit des Postmigrantischen
15:00 – 15:30
Vorsitzender des Rates für Migration: Vassilis Tsianos
Humboldt Universität | Anton-Wilhelm-Amo-Str. (ehem. M*str.) 40/41, 10117 Berlin
Hauptorganisator*innen
Jasmin Donlic und Anita Rotter zusammen mit dem Vorstand des Rats für Migration
Programmkomitee
Kijan Espahangizi, Marc Hill, Stefan Kretzmann, Veronika Kourabas, Regina Römhild, Hannah Ryan, Caroline Schmitt, Moritz Schramm, Erol Yildiz
