Home
Über uns
Zur aktuellen Diskussion
Presse
Publikationen
Sektionen
Mediendienst Integration
Kooperationen
Links

Impressum
Kontakt
Seitenübersicht
Drucken

 

Herzlich Willkommen auf der Seite
des Rat für Migration!

Der Rat für Migration e.V.
 ist ein bundesweiter Zusammenschluss von über 100 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Er sieht seine zentrale Aufgabe in einer öffentlich kritischen Begleitung der Politik in Fragen von Migration und Integration. Seit seiner Gründung setzt er sich mit seinen Publikationen, Auftritten in der Öffentlichkeit und Stellungnahmen in den Medien für eine differenzierte, demokratische und weitsichtige politische Gestaltung von Migration und Integration ein.
 

Brief an die Bundesregierung vom 19. Mai 2016

PRO ASYL, Rat für Migration und Paritätischer fordern zentrale Änderungen am geplanten Integrationsgesetz


Anlässlich des geplanten Koalitionstreffens in Meseberg fordern PRO ASYL, der Paritätische Wohlfahrtsverband und der Rat für Migration in einem gemeinsamen Brandbrief die Bundesregierung auf, von zentralen Regelungen im sogenannten „Integrationsgesetz“ wieder Abstand zu nehmen. Konkret sind es die neuen Hürden zur Erlangung der Niederlassungserlaubnis, die geplante Wohnsitzzuweisung sowie die Androhung von Sanktionen in Form von Leistungskürzungen, die aus Sicht der Unterzeichnenden dringend aus dem Gesetzentwurf gestrichen werden müssen. Die Organisationen und Wissenschaftler machen verfassungs- und EU-rechtliche Bedenken geltend und warnen davor, dass die Umsetzung der geplanten Maßnahmen eher zur Ausgrenzung als zur Integration beitragen werde.

Den Brief an Bundesinnenminister de Maizière, Bundesarbeitsministerin Nahles und Bundesjustizminister Maas finden Sie hier.

Pressemitteilung vom 13. Mai 2016

Gesetzentwurf zu "sicheren Herkunftsstaaten": Abschiebungen dürfen nicht zur Normalität werden


Der Bundestag will am 13. Mai darüber entscheiden, ob Algerien, Marokko und Tunesien in die Liste der „sicheren Herkunftsstaaten“ aufgenommen werden. Der Rat für Migration kritisiert die geplante Reform: „Mit dem Label ‚sicherer Herkunftsstaat’ wird Geflüchteten aus dem Maghreb pauschal abgesprochen, legitime Gründe für die Flucht zu haben. Dabei weisen mehrere Expertisen darauf hin, dass Minderheiten vor Ort massiven Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt und demokratische Rechte zum Teil nicht ausreichend gewährleistet sind“, erklärt der Soziologe Prof. Dr. Albert Scherr. In der Flüchtlingspolitik setze sich eine zunehmende Spaltung zwischen erwünschten und unerwünschten Geflüchteten durch, kritisiert der Soziologe Dr. Bastian Vollmer: „Während Schutzsuchende mit guter Bleibeperspektive Zugang zu Integrationsangeboten erhalten, wird Menschen aus ‚sicheren Herkunftsstaaten‘ Unterstützung verwehrt, da sie das Land so schnell wie möglich wieder verlassen sollen.“ Vollmer warnt davor, dass erzwungene Ausreisen zur Regel werden könnten: „Die Abschiebung der einen wird zum vermeintlich notwendigen Ausgleich für die Integration der anderen.“

Die vollständige Pressemitteilung finden Sie hier.

Offener Brief an die Bundesregierung vom 5. Mai 2016

"Das Integrationsgesetz ist ein Rückschritt in die 1980er Jahre"


Der Rat für Migration (RfM) unterstützt einen offenen Brief an die Bundesregierung, in dem sich Wissenschaftler, Künstler und Autoren gegen das geplante Integrationsgesetz positionieren. Neben dem RfM wird die Initiative von DeutschPlus – Initiative für eine plurale Republik e.V. und den Neuen deutschen Medienmachern e.V. unterstützt.

Im Brief fordern die Erstunterzeichner einen „Integrationsvertrag für alle“ und bezeichnen das geplante Gesetz als "Rückschritt in die 1980er Jahre“. Außerdem werden konkrete Ziele und Aufgaben für die Politik benannt:
1. Ein Einwanderungsgesetz inklusive eines „Integrations- und Teilhabegesetzes“
2. Ein Bundesministerium für Migration und Integration
3. Eine gesellschaftliche Debatte darüber, „Vielfalt, gleichberechtigte Teilhabe und Integration“ in das Grundgesetz aufzunehmen

Der vollständige Brief wurde auf Zeit Online veröffentlicht.
Noch 60 Tage lang werden weitere Unterschriften in einer Online-Petition gesammelt.

Neues RfM-Forschungsprojekt

"So schaffen wir das" – erfolgreiche Projekte zur Flüchtlingshilfe


In Kooperation mit dem Lehrstuhl "Vergleichende Kultur­- und Sozialanthropologie" an der Europa Universität Viadrina Frankfurt (Oder) führt der "Rat für Migration" derzeit das Forschungsprojekt „So schaffen wir das“ durch. Ziel des Projekts ist es, erfolgreiche zivilgesellschaftliche Initiativen aufzuzeigen, die sich für Geflüchtete einsetzen. Unter Leitung des RfM-Vorsitzenden Prof. Dr. Werner Schiffauer wird ein Team aus Anthropologinnen und Anthropologen ca. 100 wegweisende Projekte identifizieren, die Bedingungen ihres Erfolgs analysieren und die Möglichkeiten ihrer Übertragbarkeit eruieren.

Eine ausführliche Beschreibung des Forschungsprojekts finden Sie hier.

Pressemitteilung vom 11. März 2016

Vor den Landtagswahlen: Wahlkampf gegen Flüchtlinge hat weitreichende Folgen – Rat für Migration sieht Landespolitik in der Pflicht


Am 13. März finden Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz statt. Der Rat für Migration beobachtet mit großer Sorge, dass die Flüchtlingspolitik dabei für Wahlkampfzwecke missbraucht wird: „Rechtspopulistische Parteien wie die AfD versuchen, Wähler zu gewinnen, indem sie die Abwehr von Flüchtlingen fordern und Schutzsuchende als Bedrohung darstellen“, so Soziologe Prof. Dr. Albert Scherr. Das habe Konsequenzen, die auch über die Wahlen hinausreichen: „Es ist zu befürchten, dass die aktuelle Debatte die politische Kultur der Einwanderungsgesellschaft nachhaltig beeinflussen wird – dass sie nationalistischer, illiberaler und undemokratischer wird.“

Der Rat für Migration ruft die Landespolitik auf, sich deutlich vom nationalistischen Diskurs der AfD abzugrenzen sowie diejenigen zu stärken, die sich gegen Rechts engagieren und Geflüchtete unterstützen.
Die vollständige Pressemitteilung mit den Forderungen an die Landesregierungen finden Sie hier.

29. Februar 2016

Nachruf: Rat für Migration trauert um Prof. Els Oksaar


Am 9. Dezember 2015 verstarb Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Els Oksaar. Sie arbeitete als Professorin für Sprachwissenschaften am Zentrum für Mehrsprachigkeit und Sprachkontakte der Universität Hamburg und war Mitglied im Rat für Migration. Ihre Forschungsergebnisse zur Pädolinguistik, der Untersuchung des Spracherwerbs bei Kindern, vor allem der kindlichen Mehrsprachigkeit, haben zu einer objektiveren Sicht der Situation von Kindern mit Migrationshintergrund beigetragen. Der Rat für Migration wird Els Oksaar als Kollegin in Erinnerung behalten, die mit Freundlichkeit und Bestimmtheit den wissenschaftlichen Diskurs zu führen wusste und der die Weiterentwicklung der Wissenschaft im Interesse des menschlichen Miteianders das bestimmende Anliegen war.

Den Nachruf finden Sie hier.

Pressemitteilung vom 14. Januar 2016

Nach Kölner Silvesternacht: Rat für Migration warnt vor übereilten Reformen und Panikmache


In der Silvesternacht haben mehrere Männergruppen am Kölner Hauptbahnhof Frauen sexuell belästigt und ausgeraubt. Die meisten Tatverdächtigen sind Ausländer. Die Vorfälle haben der Asyldebatte neuen Aufwind verschafft. Der „Rat für Migration“ (RfM) verurteilt die Taten in Köln, warnt jedoch vor voreiligen Schlussfolgerungen: „Restriktive Reformen des Straf- und Asylrechts, wie sie viele Politiker derzeit fordern, werden sexuelle Übergriffe nicht verhindern können“, erklärt der Soziologe Prof. Dr. Albert Scherr. „Aus kriminalsoziologischen Studien wissen wir, dass sich Gewalt- und Sexualstraftäter von Sanktionsdrohungen nicht abhalten lassen.“ Die vorgeschlagenen Reformen seien daher wenig hilfreich und folgen laut Scherr einer moralischen Panik: „Flüchtlinge werden pauschal als Bedrohung dargestellt und Ad-hoc-Maßnahmen als Lösungen präsentiert – ohne vorab die Ursachen analysiert zu haben."

Die vollständige Pressemitteilung finden Sie hier.

Stellungnahme vom 8. Januar 2016

Die rechtlichen Grenzen der europäischen Asylpolitik


Im Jahr 2015 sind insgesamt rund eine Million Flüchtlinge über das Mittelmeer in die Europäische Union eingereist (Quelle: IOM). In welchen Ländern der Europäischen Union können sie aufgenommen werden? Der Europarechtler Prof. Dr. Albrecht Weber (Universität Osnabrück) hat eine Stellungnahme zu den Möglichkeiten verfasst, die das Unionsrecht bietet, um die Schutzsuchenden gerecht in Europa zu verteilen. Demnach verstoßen Mitgliedstaaten, die sich weigern, Flüchtlinge in ihren Ländern aufzunehmen oder zu registrieren, damit gegen das Rechtsprinzip der „gerechten Aufteilung der Verantwortlichkeiten“. Weber macht außerdem Vorschläge für eine Neustrukturierung der Aufnahme innerhalb der EU.

Pressemitteilung vom 29. September 2015

Rat für Migration kritisiert die geplante Asylrechts-Reform und stellt zehn Forderungen für eine zukunftsfähige Flüchtlingspolitik


Die Bundesregierung plant weitreichende Änderungen des Asylrechts: So soll die Liste der "sicheren Herkunftsstaaten" erweitert werden, Asylbewerber sollen künftig bis zu sechs Monate in Erstaufnahmeeinrichtungen untergebracht werden und dort in der Regel Sachleistungen statt Geld erhalten. Der Rat für Migration bewertet die geplanten Reformen als höchst problematisch: "Mit ihrem aktuellen Plan setzt die Bundesregierung eine Politik fort, die in erster Linie auf Abschreckung und Abschottung basiert. Damit verschlechtert sie nicht nur die Situation der Flüchtlinge, sondern erstickt auch die Bereitschaft vieler Bürgerinnen und Bürger, sich aktiv für Schutzsuchende einzusetzen", so Prof. Dr. Werner Schiffauer, Kultur- und Sozialanthropologe an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder). Darüber hinaus wirken die geplanten Maßnahmen widersprüchlich, so Prof. Dr. Jochen Oltmer, Historiker an der Universität Osnabrück: "Einerseits soll die Aufnahme und Versorgung von Asylbewerbern entbürokratisiert werden, andererseits sind Maßnahmen zur Kontrolle von Flüchtlingen vorgesehen, die für die Behörden in den Ländern und Kommunen eine stärkere Belastung und mehr Kosten bedeuten.“

Die vollständige Pressemitteilung finden Sie hier.

Die ausführliche Stellungnahme finden Sie hier.

Pressemitteilung vom 1. September 2015

Rat für Migration gratuliert dem "Mediendienst Integration" zu drei Jahren erfolgreicher Arbeit


Der Rat für Migration ist Träger des Projekts „Mediendienst Integration“, einer Informations-Plattform für Journalisten zu Fragen der Einwanderungsgesellschaft. Heute vor drei Jahren, am 1. September 2012, hat der Mediendienst seine Arbeit aufgenommen. Der Rat gratuliert dem Projekt zu seinem Jubiläum und seiner erfolgreichen Arbeit, die heute mehr denn je gefragt ist: „Berichte über Migration und Flucht sind so präsent wie lange nicht mehr. Oft entstehen sie jedoch unter Zeitdruck und enthalten nicht immer sachkundige Schlüsse“, sagt der Kultur- und Sozialanthropologe Prof. Dr. Werner Schiffauer. „Der Mediendienst hat es geschafft, hier eine Reflexionsebene einzuziehen, indem er Forschungsergebnisse verständlich aufbereitet und Journalisten mit Experten zusammenbringt. Aktuelle Ereignisse werden damit in einen größeren Zusammenhang gestellt“, so Schiffauer.

Zur Pressemitteilung gelangen Sie hier.

Pressemitteilung vom 29. Juli 2015

Rat für Migration begrüßt das geplante „Nationale Bündnis für Migration und Integration“ durch das Bundesinnenministerium


Parallel zur Debatte um ein Einwanderungsgesetz hat Bundesinnenminister Thomas de Maizière angekündigt, ein „Nationales Bündnis für Migration und Integration“ einzurichten. Noch im Januar hatte der Rat für Migration angesichts der Debatte über die Pegida-Aufmärsche einen solchen Vorstoß gefordert: „Eine Einwanderungsgesellschaft ist kompliziert, sie ist nicht selbsterklärend und nimmt nicht alle Bürger automatisch mit. Wir brauchen deshalb eine Leitbild-Kommission für das Einwanderungsland, die ein Konzept entwickelt, das die gesamte Gesellschaft einbezieht“, hieß es damals in der Pressemitteilung vom 5. Januar 2015. Der „Rat für Migration“ (RfM) begrüßt daher die Initiative des Innenministers: „Ein offener Dialog, eine breite Diskussion in Politik, Gesellschaft und Medien über Migration und Integration ist längst überfällig“, sagt Prof. Dr. Karl-Heinz Meier-Braun, Integrationsbeauftragter des SWR. „Durch ein nationales Bündnis könnte die Hilfsbereitschaft und Aufgeschlossenheit gegenüber Flüchtlingen und anderen Zuwanderern gestärkt und Fremdenfeindlichkeit Einhalt geboten werden.“ 

Zur Pressemitteilung gelangen Sie hier.

Jahrestagung des Rat für Migration am 12. - 14. November 2015

"Postmigrantische Gesellschaft?! Kontroversen zu Rassismus, Minderheiten und Pluralisierung"


Der Rat für Migration lud in Kooperation mit der Akademie des Jüdischen Museums Berlin vom 12. bis 14. November 2015 zu der internationalen Konferenz „Postmigrantische Gesellschaft?! Kontroversen zu Rassismus, Minderheiten und Pluralisierung“ ein, um aktuelle Fragen der politischen, kulturellen und sozialen Transformation in Einwanderungsgesellschaften zu erörtern. Im Blickpunkt standen u.a. migrationspolitische Kategorien und Konzepte, wie der relativ neue Begriff der postmigrantischen Gesellschaft. Er weist darauf hin, dass in Deutschland der Umgang mit ethnischer und religiöser Vielfalt bisher nicht selbstverständlich ist und auf Migration fokussierte Zuschreibungen immer wieder neue Formen von Ein- und Ausschluss erzeugen. Zugleich ruft die zunehmende gesellschaftliche Partizipation von Minderheiten Abwehrreaktionen hervor.  Diskutiert wurden unter anderem folgende Fragen: Was hält eine vielfältige Gesellschaft zusammen? Welche Konzepte und Strategien gibt es, um Tendenzen der gesellschaftlichen Polarisierung entgegenzuwirken? Welche Begriffe sind geeignet, um Inklusions- und Exklusionsprozesse sichtbar zu machen? Wie umgehen mit populistischen Narrativen und Bewegungen sowie rassistischer Gewalt?

Die Konferenz fand in deutscher und englischer Sprache statt und wurde simultan übersetzt. 
Keynote Speakerin war Dr. Alana Lentin (University of Western Sydney).
Weitere Referent_innen waren u.a. Prof. Dr. Fatima El-Tayeb (University of California, San Diego), Dr. Naika Foroutan (Humboldt-Universität zu Berlin), Prof. Dr. Juliane Karakayalı (Evangelische Hochschule Berlin), Prof. Dr. Paul Mecheril (Carl von Ossietzky Universität Oldenburg), Dr. Riem Spielhaus (Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg) und Dr. Linda Supik (Kulturwissenschaftliches Institut Essen).

Öffentliches Fachgespräch am 10. Juni 2015

MIPEX-Studie zur Integrationspolitik: Wo steht Deutschland im internationalen Vergleich?


Wie schneidet die deutsche Integrationspolitik im internationalen Vergleich ab? Welche Teilhabemöglichkeiten gibt es für Einwanderer und ihre Nachkommen? Die „Migration Policy Group“ (MGP) in Brüssel gibt regelmäßig eine Studie heraus, die die Integrationspolitik in 38 Staaten bewertet und vergleicht. Die aktuellen Ergebnisse für Deutschland wurden am 10. Juni 2015 vorgestellt. Der „Rat für Migration“ (RfM), das Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung (BIM) und die Heinrich-Böll-Stiftung sind die Partner auf deutscher Seite und luden zu einem öffentlichen Fachgespräch ein. 



Jubiläumsfeier des IMIS am 29. Mai 2015

"Die Kritik der Migrationsforschung"


Zum Festakt anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Instituts für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS) in Osnabrück hielt der Direktor des IMIS Prof. Dr. Andreas Pott eine programmatische Rede zur Rolle der Migrationsforschung in Deutschland, in der die institutionelle Schwäche der Migrationsforschung kritisiert wird und neue Perspektiven für die mediale Zusammenarbeit angestoßen werden. Die Rede ist hier nachzulesen.

Presse-Gespräch am 29. April 2015

Was muss sich in der Asylpolitik ändern?

Die europäische Asylpolitik steht derzeit wieder in der Kritik: Nach der Einstellung der Seenotrettungs-Operation „Mare Nostrum“ im November 2014 und den verheerenden Schiffbrüchen im Mittelmeer mit unzähligen Toten stellen sich primär zwei Fragen: Was ist schief gelaufen in Europa und Deutschland? Und was muss passieren, damit nicht es nicht noch schlimmer wird? Um diese und weitere Fragen zu diskutieren, lud der „Rat für Migration“ (RfM) zu einem Presse-Gespräch in Berlin ein. Zur Pressemitteilung.

Pressekonferenz vom 5. Januar 2015

Zur Debatte über die „Pegida“-Demonstrationen erklärt der Rat für Migration
 

Es geht ein Riss durch die Gesellschaft: Jeder Zweite befürwortet die wachsende Vielfalt, aber jeder Dritte fordert mehr Mut zu einem stärkeren Nationalgefühl und schließt dabei Eingewanderte aus. Wir brauchen deshalb eine Leitbild-Kommission für das Einwanderungsland, die ein Konzept entwickelt, das die gesamte Gesellschaft einbezieht. Migration und Integration dürfen nicht tagesaktuell verhandelt werden.

Pressemitteilung vom 22. Dezember 2014

Stellungnahme des Rats für Migration zu den 
menschenfeindlichen Aufmärschen in Deutschland


Der Rat für Migration verurteilt entschieden die völkischen Aufmärsche, die sich seit einigen Wochen etablieren. Sie werden getragen von menschenfeindlichen Meinungen über Asylbewerber, Flüchtlinge und vor allem einer verallgemeinernden Abwertung von Muslimen. Die  Fokussierung auf eine religiöse Minderheit und infame Unterstellung einer „Islamisierung des Abendlandes“ widerspricht nicht nur den Tatsachen, sondern auch den zivilisatorischen Fortschritten der letzten Jahre. Gerade in Deutschland sollten wir sensibel sein, wenn eine religiöse Minderheit zum Sündenbock für strukturelle Probleme gemacht wird. Wo im Vorfeld des Nationalsozialismus vor der „Verjudung“ der deutschen Gesellschaft gewarnt wurde und der Druck und die Krisen der Weltwirtschaftskrise sich gegen eine religiöse Minderheit kanalisierten, wird heute eine „Islamisierung des Abendlandes“ mit einer Propaganda herbeifantasiert, die sich gegen jede Vernunft abschottet… 

Zur Pressemitteilung von Dr. Naika Foroutan, Prof. Dr. Werner Schiffauer, Prof. Dr. Andreas Zick gelangen Sie hier.

Pressemitteilung für den 03. Dezember 2014

Studie des BIM: „Deutschland postmigrantisch“ 


Was ist deutsch und wer gehört zum „deutschen Wir“, jetzt da Deutschland ein Einwanderungsland ist? Die deutsche Identität ist positiv – aber exklusiv: Muslime werden aus dem nationalen Narrativ ausgeschlossen. Das Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung (BIM) der Humboldt - Universität zu Berlin stellte die ersten Ergebnisse der Studie „Deutschland postmigrantisch“ am 3. Dezember 2014 vor, mit: Prof. Dr. Jan-Hendrik Olbertz (Humboldt Universität zu Berlin), Staatsministerin Aydan Özoğuz (Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung), Winfried Kneip (Stiftung Mercator) & Dr. Naika Foroutan (Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung) (BIM) sowie weitere beteiligte Wissenschaftler_innen der Studie „Deutschland postmigrantisch“

Weitere Informationen finden Sie hier.

Pressekonferenz und Buchvorstellung am 1. Dezember 2014

Roma in Deutschland: Nirgendwo erwünscht?! 


Das Jahr 2014 startete mit einer heftigen Debatte über „Armutsmigration“ nach Deutschland, die das Einwanderungsland vor neue Herausforderungen stelle. Oft wird „Armutszuwanderung“ dabei synonym für Roma aus Osteuropa verwendet und mit antiziganistischen Vorurteilen abgelehnt. Der „Rat für Migration“ will zur Versachlichung der Debatte beitragen und startet seine neue Buchreihe mit diesem Thema. Am kommenden Montag präsentieren wir in Berlin die Publikation von Max Matter unter dem Titel „Nirgendwo erwünscht - Zur Armutsmigration aus Zentral- und Südosteuropa in die Länder der EU-15 unter besonderer Berücksichtigung von Angehörigen der Roma-Minderheiten“. Termin: 1. Dezember 2014, mit: Prof. Dr. Max Matter (Rat für Migration / Institut für Volkskunde, Universität Freiburg), Prof. Dr. Klaus J. Bade (Rat für Migration, Berlin) und Dr. Ulrich Maly (Präsident des Deutschen Städtetags / Oberbürgermeister Nürnberg).

Weitere Informationen finden Sie hier.

Tagungs-Dokumentation 

„Migrations- und Integrationspolitik heute“

Im November 2013 fand die erste Fachtagung des Rats für Migration gemeinsam mit der Akademie des Jüdischen Museums Berlin statt. Mitglieder des RfM stellten ihre aktuellen Forschungsarbeiten zur Diskussion. Vom Integrationsbegriff zwischen Paradigma und Teilhabechance über postmigrantische Perspektiven bis hin zum Raumbegriff wurde grundsätzlich über die Rahmenbedingungen von Migrationsforschung debattiert. Der Mediendienst hat einen Artikel über die Tagung veröffentlicht. Die Dokumentation der ersten bundesweiten Fachtagung umfasst jedoch noch mehr: 1993 war das „Manifest der 60“ als Position von MigrationsforscherInnen zur Einwanderungspolitik in Deutschland erschienen. Ein Rückblick auf das Manifest nach 20 Jahren und ein Diskussionspapier über die Zukunft der Migrationsforschung ergänzen die Tagungsbeiträge.

Die Dokumentation der Fachtagung 2013 mit aktualisierten Zahlen finden Sie hier.

1. Oktober 2013:
Für eine Neuordnung der Migrations- und Integrationsbelange auf der Bundesebene

Offener Brief des bundesweiten Rates für Migration (RfM) an die neue Bundesregierung und die politischen Parteien im Deutschen Bundestag

Wir leben in einer Einwanderungsgesellschaft mit schon mehreren Generationen von Einwanderern. Strukturen und Lebensformen verändern sich, beschleunigt durch den Druck des demografischen Wandels. Migration und Integration sind Schlüsselthemen von Gegenwart und Zukunft, die fast alle Politikbereiche durchdringen. Nötig sind dazu umfassende und langfristig ausgerichtete gesellschaftspolitische Gestaltungsperspektiven.

Zur Petition
Offenen Brief als PDF-Datei
Pressemitteilung als PDF-Datei

15 Jahre Rat für Migration

Am 7. Juli 1998 gründeten Wissenschaftler den "Rat für Migration". Ziel des interdisziplinären Gremiums: fundierte und kritische Politikbegleitung in der Einwanderungsgesellschaft. Was genau hatten die Gründer damals im Sinn? Und was wurde bislang erreicht? Der Mediendienst Integration hat einen Hintergrundbericht veröffentlicht.