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Impulse zur Migrationspolitik für die aktuellen Koalitionsverhandlungen

Der Rat für Migration hat sich heute an die Parteien einer zukünftigen Regierungskoalition gewandt um wissenschaftsbasierte, zentrale Impulse für eine rationale und an Menschenrechten orientierte Migrationspolitik zu den Koalitionsverhandlungen beizusteuern.

Die Sprecher*innen der Sektionen haben dafür zusammen mit den Mitgliedern des Vorstands den folgenden Impulskatalog an die Parteivorsitzenden, Geschäftsführenden und Migrationspolitischen Sprecher*innen der an den Koalitionsverhandlungen beteiligten Parteien verschickt:

Die Stellungnahme als PDF

Impulse für die aktuellen Koalitionsverhandlungen

Für eine rationale und an menschenrechtlichen Kriterien orientierte, zeitgemäße Migrationspolitik

Der Rat für Migration als seit 1998 bestehender, bundesweiter interdisziplinärer Zusammenschluss von über 170 Migrationswissenschaftler*innen wendet sich mit Vorschlägen für eine an ebenso rationalen wie humanitären Kriterien orientierte, zeitgemäße Migrationspolitik an die Vertreter*innen der zukünftigen Regierungskoalition.

Eine rationale und humanitäre Migrations- und Fluchtpolitik ist zweifellos eine der wichtigsten politischen Aufgaben der Gegenwart. Voraussetzung für das Gelingen einer solchen Politik ist das positive und klare Bekenntnis Deutschlands zu seiner historischen und gegenwärtigen Identität als, um den Ausdruck von Bundespräsident Steinmeier zu verwenden, Migrationsland. Die neue Bunderegierung sollte in der migrationsgesellschaftlichen Realität einen Gestaltungsauftrag erkennen, der mit jenen Mitteln zu verfolgen ist, die demokratischen und humanitären Prinzipien entsprechen. Wir weisen hier in gebotener Kürze auf zwei vorranginge Dimensionen politischer Gestaltung hin, deren Umsetzung realpolitisch möglich ist.

 

I. Gestaltung der deutschen Migrationsgesellschaft: Für eine plurale Demokratie

Eine plurale migrationsgesellschaftliche Demokratie kann nur gestaltet werden, wenn die Auseinandersetzung mit Migration nicht in erster Linie einem administrativ-technischen Kalkül folgt. Migration, so hat dies der damalige OECD-Generalsekretär Angel Gurría treffend ausgedrückt, funktioniert nicht wie ein Wasserhahn, der sich nach Belieben auf- und zudrehen lässt. Politik hat in Rechnung zu stellen, dass auch wenn „Arbeits- oder Fachkräfte“ gerufen werden, doch immer, wie dies Max Frisch unübertroffen formuliert hat, Menschen kommen.

Die Ebene der Gesetzgebung

 

Politische Mitbestimmung in der Demokratie der Migrationsgesellschaft

 

Anti-Diskriminierung und Rassismuskritik als zentrale Aufgabe aller öffentlichen Institutionen

 

Vielfaltsfreundliche und diskriminierungskritische Bildung (in) der Migrationsgesellschaft

 

Anerkennung der Kolonialgeschichte und kritische Reflexion der Kolonialität der Gegenwart

 

II. Gestaltung europäischer Grenzen: Für eine vorausschauende und menschenrechtlich legitimierbare Migrations- und Fluchtpolitik

Nicht zuletzt die deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts mit den durch das Naziregime ausgelösten, vielfachen leidvollen und oft tragischen Fluchtbewegungen nimmt jede Deutsche Bunderegierung in eine besondere Verantwortung, sich nachdrücklich für eine an der Würde des Menschen in radikalem Sinne orientierte Fluchtpolitik auf nationaler, europäischer und globaler Ebene einzusetzen. Dies ist alternativlos.

Grundlegende und nachhaltige Veränderung europäischer Fluchtpolitik

 

Schaffung von Grundlagen für menschenwürdige Bleibeperspektiven

 

Im Namen des erweiterten Vorstandes des Rats für Migration e.V.

Prof. Dr. Yasemin Karakaşoğlu und Prof. Dr. Paul Mecheril

Anfragen bitte an info@rat-fuer-migration.de.

 

 

 

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