RfM-Jahrestagung 2020: Kritik rassistischer Praktiken

– Wissenschaftliche und politische Perspektiven

Der Rat für Migration lädt am 12. und 13. November 2020 zur Jahrestagung „Kritik rassistischer Praktiken. Wissenschaftliche und politische Perspektiven“ nach Frankfurt/Main ein.

Es hat mehr als drei Jahre gedauert, bis der neunfache Mord am Olympia-Einkaufszentrum in München 2016 vom Bayerischen Innenministerium als rassistische Tat eingestuft wurde. Die Aufklärung der rassistischen Morde durch den NSU in den Jahren 2000 – 2007 wurde auch dadurch verhindert, dass Polizei und Staatsanwaltschaft nachhaltig die Hinterbliebenen verdächtigte. „Rassismus“ wird nach wie vor als Ausdruck des Außergewöhnlichen verstanden und das Wissen darüber ist in Deutschland stark mit der Geschichte des Nationalsozialismus verknüpft. Der Normalzustand von Rassismus in unserer Gesellschaft wird kaum thematisiert und entzieht sich dadurch der Kritik.

Innerhalb der internationalen Rassismusforschung gibt es jedoch seit langem Konzepte für ein avanciertes Rassismusverständnis der Gegenwart. Die RfM-Jahrestagung widmet sich darauf aufbauend der Rolle von Konstruktionen von race in Politik, Medien, Alltagskultur und Wissenschaft. Wie kann die Dethematisierung von Rassismus thematisiert werden? Wie wird Rassismus in der Forschung aufgegriffen? Welche Facetten (zivilgesellschaftlichen) Engagements gegen Rassismus und welche Zukunftsperspektiven gibt es? Diesen Fragen wird aus nationaler und internationaler Sicht sowie unterschiedlichen disziplinären Perspektiven nachgegangen.

Die öffentliche Tagung beginnt am 12. November mit einer Podiumsdiskussion und wird am 13. November ganztägig fortgeführt. Tagungsort ist die Goethe-Universität Frankfurt (Main).

Ein detailliertes Programm wird auf dieser Seite veröffentlicht. Eine Anmeldung ist voraussichtlich ab August möglich.

Kontakt: info@rat-fuer-migration.de